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Knöterich - mit Wärme gegen Wildwuchs

Nachhaltige Lösung gegen invasive Pflanzen:
Thermische Bodenreinigung entfernt Knöterich, Samen und Keime – umweltschonend und effizient.

Thermische Behandlungsanlage für invasive Pflanzen

Invasive Pflanzen sind Pflanzenarten, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt wurden und sich dort so stark ausbreiten, dass sie die einheimische Flora negativ beeinflussen. Der Japanische Staudenknöterich ist ein Beispiel: Er wächst schnell, ausdauernd und kann bis zu vier Meter hoch werden kann. Sein dichtes Laub verdrängt natürlich vorkommenden Pflanzen- und Grasbewuchs, was zur Bodenabtragung und in der Folge zu Überschwemmungen führen kann. Das Wachstum ist so stark, dass Asphalt und Beton Risse bekommen können, wenn der Knöterich in diese eindringt. Zwar sterben die oberirdischen Pflanzenteile im Winter ab, doch die kräftigen Wurzeln überdauern den Frost und breiten sich weiter aus – bis zu zwei Meter tief dringen sie in den Boden ein.

Der Aufwand, Mutterboden von dieser invasiven Art zu befreien, ist enorm. Schon kleinste Wurzel- bzw. Rhizomstücke genügen, um neue Triebe zu bilden. Daher muss kontaminierter Boden bisher auf speziellen, für die Entsorgung zugelassenen Deponien entsorgt werden. Die aufwendige und nicht nachhaltige Deponierung des Bodens erfolgt dabei unterhalb einer wenigstens sechs bis acht Meter mächtigen Bodenschicht, um ihn von Licht und Sauerstoff zu trennen und weiteres unkontrolliertes Wachstum zu verhindern. Eine bisherige Alternative dazu ist die thermische Behandlung in geeigneten Anlagen, die aber nicht in ausreichenden Kapazitäten und nur in Verbindung mit sehr hohen Kosten verfügbar sind.

Kein Wunder also: Das Interesse an innovativen Bodenaufbereitungsmethoden ist groß. TerraCon und EGGERS Umwelttechnik zählen hierbei zu den Vorreitern: Gemeinsam mit norwegischen, schottischen, französischen und dänischen Partnern wurde am Standort Wittenberge eine Versuchsanlage zur thermischen Behandlung von verunreinigten Böden errichtet. Sie besteht aus zwei 20-Fuß-Containern und dient der Erprobung eines neuartigen Verdampfungsverfahrens.

Ziel ist es, den Boden dauerhaft und umweltschonend selbst von kleinsten Pflanzenpartikeln zu reinigen – ohne seine natürlichen Bestandteile zu beeinträchtigen. So kann der Boden mit Hilfe der Sterilisation erhalten und einer weiteren Verwendung z. B. im Garten- und Landschaftsbau zugeführt werden. Beachtet man, dass es bis zu 1000 Jahre braucht, um einen Zentimeter Boden entstehen zu lassen, ist das wirklich nachhaltig!

Der Probebetrieb war erfolgreich: Die vollautomatische mit Online-Überwachung und -Steuerung ausgestattete Anlage in Wittenberge ist nun annahmebereit und verfügt je nach Bodenbeschaffenheit über eine Verarbeitungskapazität von 30 bis 50 Tonnen pro Stunde. Der vorher auf < 25 mm abgesiebte Boden wird durch Hinzugabe von Wasserdampf auf etwa 100 Grad Celsius erhitzt und mit Hilfe eines Schubbodens etwa 20 bis 25 Minuten lang thermisch behandelt. Anschließend verlässt er die Anlage mit etwa 85 bis90 Grad Celsius und kann nach einer kurzen Lagerdauer uneingeschränkt wiederverwendet werden.

Der gereinigte Boden ist frei von Samen, Unkraut und bodenbürtigen Krankheiten wie Pilzen, Bakterien und Nematoden.

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Daniel Steinmetz
Leiter Unternehmenskommunikation