115 von 811. Das ist der Anteil weiblicher Angestellter in der EGGERS-Gruppe. Ein kleiner Teil dieser Frauen übt handwerkliche oder technische Berufe aus. Sie arbeiten beispielsweise als Geophysikerinnen, Bauleiterinnen, Geologinnen, in der Vermessung und vielen weiteren Berufen. Der Rest ist in der Verwaltung tätig.
Auch deutschlandweit sind technische und handwerkliche Tätigkeiten noch immer überwiegend männlich geprägt. Doch dieser Trend ist rückläufig: Immer mehr Frauen entscheiden sich für Berufe, die noch vor wenigen Jahren als „Männerberufe“ bezeichnet wurden. Eine Entwicklung, die wir bei EGGERS sehr begrüßen.
Sophie Mogdanz
ist LKW-Fahrerin beim Container-Dienst EGGERS & Sohn GmbH. Sie hat vor anderthalb Jahren ihren LKW-Führerschein gemacht und anschließend bei EGGERS angefangen. Sie wusste bereits als Kind, sie will LKW fahren. Bei EGGERS ist sie die einzige Fahrerin.
„Es wäre gelogen, wenn ich nicht sagen würde, dass einige Kollegen – nicht direkt aus unserer Firma, sondern von anderen Firmen – schon komisch gucken, wenn eine Frau angefahren kommt. So nach dem Motto: ‚Schafft sie das?‘“.
Bei EGGERS habe es aber nie Probleme gegeben.
Trotzdem wünsche sie sich auch weibliche Kolleginnen.
„Das ist natürlich schon schön, wenn man jemanden hat, der quasi genau das Gleiche tut, der die Probleme kennt, es gibt Sachen, die für Frauen tatsächlich den Beruf, meiner Meinung nach, ein bisschen komplizierter machen, als für Männer.“
Zum Beispiel der Toilettengang. Da fange man an sich Orte auf den Routen zu notieren, die sich für einen Toilettengang eignen. Es gebe aber auch Vorteile. Als Frau, habe sie einen freundlicheren und weicheren Umgangston. So komme sie leicht mit jedem ins Gespräch.
Das Beste an ihrem Job: die Selbstbestimmtheit, am Steuer könne sie selbst bestimmen. Auch die Abwechslungen im Straßenverkehr und auf den Baustellen seien immer spannend.
Katharina Krause
ist seit zehn Jahren Bauleiterin bei der EGGERS Umwelttechnik GmbH. Aktuell macht sie die Bauleitung für den westlichen Abschnitt der U5 Los 2. Dort hat sie ein paar weibliche Kolleginnen, auch beim Auftraggeber sind einige Frauen beschäftigt. Nur auf den Baustellen hat sie es fast ausschließlich mit Männern zu tun.
„Ich hab damit nie ein Problem gehabt. Ich habe mich selbst nie irgendwie falsch gefühlt.“
Weder von ihren männlichen Bauleiter-Kollegen noch von ihrem Team auf der Baustelle werde sie aufgrund ihres Geschlechts anders behandelt. Vielmehr gehe es um Erfahrung und Dienstjahre. Besonders in ihrer Anfangszeit bei EGGERS Umwelttechnik, direkt nach ihrem Studium, musste sie sich als Berufseinsteigerin erst beweisen.
„Man muss einfach für den Bau gemacht sein. Und ich glaube, dass das geschlechterunabhängig ist.“ Dass sie für den Bau gemacht ist, wusste sie schon als Kind, wenn sie ihre Eltern, beide Vermessungsingenieure, bei der Arbeit auf der Baustelle besucht hat.
Besonders Spaß macht ihr die Vielseitigkeit ihres Jobs und die Abwechslung zwischen Schreibtisch und Baustelle.
Dr. Melanie Bock
leitet zusammen mit Dr. Matthias Strahser die Abteilung Geoservice bei der EGGERS Kampfmittelbergung GmbH. In ihrem elfköpfigen Team ist sie eine von vier Frauen. Gemischte Teams seien in den Naturwissenschaften normal. In der Baubranche sehe das anders aus.
Auf Räumstellen habe sie es überwiegend mit Männern zu tun – auf Helgoland zum Beispiel.
„[Auf der Insel] ist man sogar richtig abgeschnitten. Da ist man nur von Männern umgeben. Dann merkt man es doch, dass man ein bisschen anders ist.“
Anders behandelt werde sie als Frau trotzdem nicht.
„Ich habe schon das Gefühl, dass man als Einheit da zusammenarbeitet.“
Deutlicher spürbar ist für sie der Unterschied zwischen Geophysikern und Feuerwerkern.
„Da können die Sichtweisen auf die Messdaten schon mal voneinander abweichen.“
Was sie an ihrer Arbeit besonders schätzt: die Möglichkeit neue Methoden mit zu entwickeln. Mit Herrn Nebel hätten sie einen Geschäftsführer, der nicht nur die bereits etablierte neue Technik haben möchte, sondern sich einen Vorsprung vor den Konkurrenten verschaffen möchte und die neueste Technik entwickeln will. „Das ist etwas, was natürlich jeden Naturwissenschaftler erfreut.“